Premiere Elements 10 - Tutorial Teil 1 (11/ 2011)

Achtung: Premiere Elements 11 ist raus. Ein 1. Tutorial hier!

Vorbemerkung: Premiere Elements ist das Einsteigerschnittprogramm der Firma A.... In der 1. Version noch ein deutlich abgespecktes Premiere Pro, aber mit derselben Bedienung und mit fast derselben Oberfläche, wurde Elements von Version zu Version Pro immer unähnlicher. Spätestens mit Version 8 schaute es so wie jedes Amateurschnittprogramm aus: pseudoeinfache Bedienung mit Klickibunti vor düsterem Hintergrund. Und mit der Stabilität ging es angesichts neuer Videoformate wie AVCHD bergab. Offensichtlich arbeiten hier Programmierer, die selbst weder filmen noch schneiden (ein altes Problem und die Ursache für grandiosen Mist).

Kommen wir zum Positiven: Die aktuelle Version 10 macht einen sehr guten Eindruck. Unter 64 Bit sehr stabil auch mit verschiedenen Videoformaten und AVCHD (das unselige Importermodul wurde endlich verbessert, hoffentlich auch der Exporter), sogar die 32 Bit-Version läuft mit AVCHD besser. Der penetrante Elements Organizer ist fast schon verzichtbar, weil endlich das Medienfenster übersichtlicher ist. Die Bedienung erinnert in Vielem an Premiere Pro, die wichtigsten Schnittwerkzeuge sind vorhanden. Leider sind jetzt einige Tastaturkürzel anders als in Pro, was aber nur früheren Pro-Usern negativ auffällt (die werden auch etliche wichtige Werkzeuge und Funktionen schmerzlich vermissen - aber bei 75.- gegen 1000.- Euro ist das klar). Sogar einige der neuen Automatiken wie Instant Movie sind garnicht soo blöd....

Ohne Internetverbindung geht bei der Installation garnix, auch die verschiedenen Videoformate müssen online aktiviert werden. A.... ist da wie die anderen Firmen auch. Aber immerhin läßt sich dann ohne Internetverbindung mit dem Programm arbeiten. Ein Videoschnitt-PC, der dauernd online ist, ist wohl eine der schlechtesten Ideen überhaupt.

Noch eine Vorbemerkung: Die Tutorials sind im Oktober 2011 entstanden, als Arbeitsgrundlagen für einen Videoworkshop an der Münchner Volkshochschule (ein Buch gabs zu diesem Zeitpunkt noch nicht). Hier die Info zum Kurs:

Das Kreativpaket: Videobearbeitung mit Adobe Premiere Elements

Vom Videoimport und -schnitt über verblüffende Spezialeffekte und hollywoodreife Trickblenden bis hin zur fertigen DVD - Premiere Elements ist eine außergewöhnliche Einsteigerlösung, die alle „elementaren” Funktionen und automatisierten Arbeitshilfen eines modernen Schnittprogramms bietet.
Kursinhalt: Programmoberfläche und Werkzeuge; Import von Mediendateien; Planung eines Videoprojekts; Schnitttechniken und Überblendungen; Einbindung von Musik und Soundeffekten; Titelerstellung und -animation, Export auf DVD/ Bluray-Disc oder ins Web.
Bitte, soweit möglich, die eigene Kamera zum Kurs mitbringen.
Voraussetzung: PC-Grundkenntnisse.
JM 8720 · Innenstadt
Wolfgang L. Diller · Volkshochschule · Schwanthalerstr. 2 · 4 x do 18.00 bis 21.00 Uhr · 11.4. bis 2.5.2013 · € 119.– · 10 Plätze

 

Adobe Premiere Elements - Videoschnitt für Fortgeschrittene

Die Grundlagen des Videoschnitts mit Premiere Elements sind Ihnen bereits vertraut. Jetzt zeigen wir Ihnen, welche faszinierenden Möglichkeit diese Schnittsoftware noch zu bieten hat, um aus Ihren Aufnahmen hochwertige Videos zu machen.
Kursinhalt: systematische Videobearbeitung im Schnittfenster; ambitionierter Mehrspurschnitt; Störungskorrektur; Audiofilter und Nachvertonung, Effektsteuerung mit Keyframes; Spezialeffekte; Bildmasken und Titelerstellung; automatisierte Bearbeitungsoptionen; Medienproduktion für DVD, Bluray und Internet; Tipps und Tricks aus der Praxis.
Voraussetzung: Kenntnisse entsprechend dem Kurs „Das Kreativpaket: Videobearbeitung mit Adobe Premiere Elements” (JM 8720).
JM 8725 · Innenstadt
Wolfgang L. Diller · Volkshochschule · Schwanthalerstr. 2 · 3 x fr 18.00 bis 21.00 Uhr · 14.6. bis 28.6.2013 · € 89.– . 10 Plätze

Interessant für PremElements-User aus dem Großraum München! Ab 2013 wird mit der Version 11 gearbeitet. Ein erstes Tutorial hier! Weitere folgen .....

1. Projekt einrichten

Beim Programmstart wird durch Klick auf "Neues Projekt" (oder im Menü Datei - Neues Projekt) ein neues Projekt angelegt. Die beiden folgenden Fenster sind sehr wichtig, weil hier Speicherort und Projekteinstellungen festgelegt werden, die während der Arbeit am Projekt nicht geändert werden können bzw. sollten!
Am besten vorher einen Ordner anlegen für alle Daten des Projekt; hier wurde auf C der Ordner "zoosalzburg" angelegt (und dorthin wurden bereits sämtliche MTS-Dateien (AVCHD-Videoclips) von der SD-Karte kopiert und mit aussagekräftigen Namen versehen. Unter "Name" wird ein Projektname vergeben, hier "imzoo", der dann als Projektdatei "imzoo.prel" im Ordner "zoosalzburg" ist, wenn sie diesen in der Option "Speichern in" mittels "Durchsuchen" festlegen. Hinweis: In den Voreinstellungen bietet PremiereElements einen Speicherpfad unter Dokumente an.
Im Fenster "Einstellungen ändern" werden die Projekteinstellungen bestimmt: diese können während der Arbeit an diesem Projekt nicht mehr geändert werden! (Man kann nicht ogt genug darauf hinweisen!) Hier ist es gut zu wissen, mit welchen Videoformaten ich hauptsächlich arbeite, denn Premiere Elements wird gerne instabil, wenn komplett falsche Projekteinstellungen gewählt werden! Die Vorgabe "NTSC" ist zwar beim 1. Start voreingestellt, fällt aber komplett weg, da unser System PAL ist. Ich kenne meine Videoclips und ihr Format und wähle "PAL - AVCHD - Full HD 1080i 25". Hier sollte man einfach wissen, in welchem Format die eigene Videokamera aufnimmt.

 
 

Ein Klick auf OK und es öffnet sich das Hauptarbeitsfenster. Im Aufgabenfenster rechts oben ist der Karteireiter "Projekt" aktiv und wir klicken auf den eben erst angelegten Projektordner und markieren bei gedrückter Umschalttaste alle MTS-Dateien/ Videoclips, die mit Klick auf "Öffnen" importiert werden.

Vorher jedoch soll der Import von Camcorder (die Optionen von "DV" bzw. "HDV-Camcorder") gezeigt werden.

2. Aufnahme vom Camcorder

Wir werden von einem HDV-Camcorder aufnehmen (HDV und DV sind die letzten Videoformate, die auf Band aufgezeichnet werden - die Videoclips müssen über Firewirekabel in Echtzeit auf den PC übertragen werden. Ein neues Projekt mit den passenden Einstellungen wird angelegt: HDV 1080i 25

Ein Klick auf "Medien abrufen" und dann auf "HDV-Camcorder" öffnet das Aufnahmefenster:

Das Aufnahmegerät wird vorher über Firewire am PC angeschlossen und auf Videowiedergabe gesetzt. Im Aufnahmefenster sollte dann auch der Camcorder erkannt werden., so dass über die Steuerungstasten unter der Videovorschau im Video rangiert werden kann.. Die Speicheroptionen und Namensvergabe ist auch hier wichtig. "Volle Bewegung" ist aktiv (banal) und Häkchen vor "Aufnahme für Schnittfenster" (muss nicht sein) und "Szenen trennen" (hier werden die einzelnen Szenen automatisch getrent - nach Inhalt in HDV, exakter in DV).
Ein Klick auf den Aufnahme-Button startet die Aufnahme:

Wird die Aufnahme gestoppt, ist der Videoclip im Medienfenster als kleines Vorschaubild zu sehen, ebenso im Schnittfenster als Video- und Audiospur 1. Und die automatische Analyse wg. Szenentrennung läuft - die Häkchen waren gesetzt!

Das Resultat der automatischen Szenentrennung sind der jeweilige Clip im Medienfenster und Ordner für jeden aufgenommenen Clip mit den aufgetrennten Szenen:

Die Szenen sind auch automatisch im Schnittfenster gelandet (Häkchen vor "Aufnahme für Schnittfenster" war gesetzt!). Ob mich das jetzt so glücklich macht sei dahingestellt, auf jeden Fall ist die Szenentrennung bei DV-Aufnahme sehr sinnvoll. Das Häkchen vor "Aufnahme für Schnittfenster" brauchts wohl eher nicht.

3. Trimmen der Clips und Einfügen ins Schnittfenster

Gehen wir zurück zu unserem Projekt "imzoo", wo mittlerweile alle MTS-Clips im Medienfenster importiert und angezeigt sind:

Monitorfenster und Schnitt-/ Szenenfenster sind noch leer. Ins Schnittfenster sollen nur die fehlerfreien und interessanten Teile der Videoclips aus dem Medienfenster in der richtigen Reihenfolge und der richtigen Länge - die Clips werden getrimmt: ein Doppelklick auf das Miniaturbild der "2nashorne.MTS" öffnet einen Vorschaumonitor, in dem getrimmt wird. Mit der sog. Zeitnadel ( A... nennt sie "Marke für die aktuelle Zeit") wird durch das Video gescrollt und ein passender Ausschnitt gesucht. Mittels Klick auf In- und Out-Point wird Anfang und Ende des Clips weggeschnitten. In unserem Beispiel sind vom Gesamtclip nur 8.12 sek. übrig geblieben.

Nur der blau markierte Teil kann jetzt per Drag and Drop: ins Bild klicken mit linker Maustaste und mit gehaltener Maustaste ins Schnittfenster ziehen, und wenn das Einfügesymbol am Mauszeiger erscheint fallen lassen:

Hoppla, das war die falsche Spur, der Clip sollte eigentlich in Videospur 1. Diese Spur ist bereits aufgeklappt und wir sehen das erste und letzte Bild des Clips. Im Spurkopf kann diese Darstellung geändert werden. Wir sehen auch, Bild und Ton verbunden sind. Wichtig: rechts oben im Schnittfenster ist ein Schieberegler um den Zoomfaktor für die Zeitleiste des Schnittfensters zu vergrößern.

Und endlich sehen wir ein Bild im Monitorfenster: gezeigt wird genau das Bild an dem die Zeitnadel im Schnittfenster steht.
Wir trimmen einen 2. Clip und sehen, wir können auch direkt die Anfasser für In und Out verschieben:

Der Trimm- bzw. Vorschaumonitor ist recht spartanisch. Es gibt noch schnellen Vorlauf und Einzelbildschaltung. In der Regel ist die Zeitnadel am schnellsten. Fürs Feintrimmen Einzelbildschaltung mit Kontrolle über den rechten Zahlenwert (die linke Zahl ist uninteressant).
Mit gehaltener linker Maustaste wird der zugeschnittene Clip ins Schnittfenster in Videospur 1 hinter den 1. Clip gezogen und fallen gelassen, wenn die gestrichelte vertikale Linie passt. Der 2. Clip rastet genau am Ende des 1. Clips ein.

Wie Premiere Pro auch gibt es in Premiere Elements verschiedene Wege, um eine Aktion auszuführen: Windowsspezifisch über die Menüleiste oben links (wird von mir kaum benutzt), über Icons/ Buttons, mittels Drag and Drop, über Tastaturbefehle und mit der rechten Maustaste. Ein Rechtsklick in das Vorschaumonitorbild öffnet das Kontextmenü mit wichtigen Optionen.
Bevor wir die Option "Einfügen" wählen, müssen wir uns um die Zeitnadel im Schnittfenster kümmern:

Sie steht etwas nach dem 2 Clip und mit Klick auf "Einfügen" im Kontextmenü wird genau hier der 3. Clip eingesetzt. Die Zeitnadel rutsch dabei ans Ende des Clips, so dass ein 4. und 5. Clip mittels "Einfügen" passgenau eingefügt werden kann.

Wer einen Blick ins Medienfenster wirft, wird sehen dass hier die aktuell getrimmte Länge der Clips gezeigt wird (auch die Miniatur mit dem ersten Bild ist geändert). Das Medienfenster zeigt also immer den aktuell getrimmten Zustand. Aus einem Clip können beliebig viele Teile "entnommen" werden - der Originalclip bleibt virtuell immer vorhanden.

4. Anordnen und Schneiden der Clips im Schnittfenster

Oft ist bereits das Trimmen und Anordnen der Clips im Schnittfenster so exakt und gut, dass mit der weiteren Bearbeitung mit Titeln, Vertonung etc. weitergemacht werden kann. In der Praxis wird man aber immer wieder Verbesserungen/ Feintuning im Schnittfenster vornehmen. Ein häufiger Fall ist das Verschieben eines Clips zwischen 2 andere Clips: Mit gehaltener linker Maustaste wird der Clip an die Schnittstelle gezogen. Dabei rutschen die nachfolgenden Clips nach hinten, der gezogene Clip wird nahtlos eingefügt. Es bleibt aber an der alten Position eine Lücke, dann mit rechter Maustaste in die leere Stelle hineinklicken und im Kontextmenü "Löschen und Lücke schließen" wählen.
Vorsicht: diese Funktion erfordert Übung! Drückt man beim Ziehen/ Verschieben die STRG-Taste wird schon mal überlagert, wenn man nicht aufpasst. Die Reihenfolge ist diese: STRG drücken, zu verschiebenden Clip oben fassen, mit gehaltener Maustaste auf den anvisierten Schnittpunkt verschieben, dann STRG loslassen - weißes vertikales Linal und Einfügesymbol am Mauszeiger erscheint - Maustaste loslassen: der verschobene Clip wird eingefügt, die alte Leerposition verschwindet. Wird die STRG- Taste gehalten, wird überlagert! Das ging in Pro viel besser.

Bewegt man den Mauszeiger über die Kante eines Clips erscheint eine rote, eckige Klammer: das Symbol "Clipanfang/ -ende" abschneiden. Mit gehaltener linker Maustaste lassen sich Anfang und Ende verschieben, ohne dass benachbarte Clips beeinflusst werden. In der 2-Fenster-Ansicht im Monitorfenster kann bildgenau nachkontrolliert werden.

In Premiere Elements wurden hier etliche Tastaturkürzel geändert im Vergleich zu Premiere Pro (warum tut A... das?!). Geblieben sind wichtige Tasturbefehle wie Bild Auf/ Bild Ab - Taste = zum nächsten/vorherigen Schnittpunkt. POS1 = Anfang Schnittfenster, ENDE = Ende Schnittfenster. Wenn so exakt die Schnittpunkte zwischen den Clips mit der Zeitnadel angesprungen werden, können mittels STRG-C oder STRG-X und STRG-V nun Clips verschoben werden. Doch Achtung: hier gibt es die neue Option "Ergänzen" im "Bearbeiten"-Menü für Einfügen des Clips an der Zeitnadel (jetzt: STRG-Umschalt-V). Der Befehl "Einfügen" im "Bearbeiten"-Menü (das STRG-V) verursacht das eher selten gewünschte "Überlagern". Toll.

Ganz toll ist auch der Elements Organizer:

Ein Verwaltungsprogramm für Mediadaten, besonders interessant für die Zusammenarbeit mit Photoshop Elements. Der User legt "Alben" an, aus denen er dann komfortabel Diashows erstellen kann. Es ist sehr wichtig die Mediendaten zu kennen (bei durchnummerierten mehrstelligen MTS-Dateien und kleinen Vorschaubildchen ist das nicht so einfach!), mit denen man schneidet. Es ist völlig ausreichend einen Arbeitsordner für alle Projektdaten anzulegen und die Videoclips aussagekräftig zu benennen. Mit dem Organizer kann man so richtig Zeit verplempern, mit Tags und ähnlich smartem Zeug. Unseren selbst angelegten Projektordner zeigt der Organizer sowieso an (s. o.). Dann kann ich zum Import von Clips das ausgewählte Video ganz einfach direkt auf das Premiere10-Icon in der Taskleiste ziehen. Hammer!
Was der Organizer kann, wird normalerweise besser und wenn mans wirklich braucht, im Hauptprogramm (bzw. vorher im Explorer) gemacht.

5. Überblendungen und Szenenfenster

Im Aufgabenfenster aktivieren wir den Reiter "Bearbeiten" und klicken dann auf "Überblendungen".Im Schnittfenster haben wir einige Clips hintereinander angeordnet (Einspurschnitt). Die harten Schnitte zwischen den Clips wollen wir jetzt bearbeiten: eine Weiche Blende, eine Blende nach Schwarz und eine Zoomblende. Dies sind relativ filmische Blenden, die durchaus sinnvoll das Video und den Schnittrythmus verbessern können.
Wir klicken mit der linken Maustaste ins Symbol für "Weiche Blende" und ziehen es mit gehaltener Maustaste auf den Schnittpunkt zwischen 2 Clips und lassen die Maustaste los, wenn das Überblendsymbol am Mauszeiger erscheint und die Zielstelle orange wird.

Ein hellblauer Bereich über die Schnittstelle der beiden Clips zeigt nun die gesetzte Überblendung an. Steht die Zeitnadel in diesem Bereich, so ist im Monitorfenster bereits die Überblendung sichtbar. Außerdem zeigt eine rote Linie im oberen Bereich des Schnittfensters an, dass hier gerendert werden muss.
Wir wollen die Überblendung bearbeiten:

Es öffnet sich das Effekteinstellungsfenster. Als erstes klicken wir das Augesymbol, um statt "A" und "B" die beiden Videos zu sehen:

"Am Schnitt zentrieren" kann hier nachträglich bestimmt werden:

Wichtiger ist die Einstellung für die Länge des Überblendeffekts (30 Frames bzw. 1,2 sek. ist voreingestellt). Wird der Mauszeiger beim Berühren des Zahlenwerts für die Dauer zum Symbol einer Hand mit Doppelpfeil, klicken und mit gehaltener linker Maustaste nach rechts bzw, links ziehen, um den Zahlenwert für die Dauer zu ändern:

Der Effekt "Übergang zu Schwarz" wird ganz an den Anfang des 1. Clips im Schnittfenster gezogen. Jetzt blendet der Film aus dem Schwarz auf.

Wird der Mauszeiger an die hintere Kante der hellblauen Überblendzone bewegt, erscheint auch hier die rote, eckige Klammer, mit der die Dauer des Effekts schnell gekürzt oder verlängert werden kann. Eine schnelle Kontrollansicht bietet das Monitorfenster:

Überblendungen können in Premiere Elements sehr schnell eingefügt werden, wenn das "Szenenfenster" (auch "Storyboardansicht") benutzt wird. Die Zeitleiste wird nun unterhalb des Monitorfensters gezeigt, während im Szenenfenster jeder Clip nur durch das 1. Bild präsentiert wird. Zwischen den Clips sind bereits kleine Platzhalter für die Überblendungen:

Auf diese werden die gewünschten Überblendungen gezogen, hier die Zoom-Überblendung:

Rangiert wird nun mit der Zeitnadel im angezeigten Bereich unterhalb des Monitorfensters:

In Premiere Elements gibt es oft mehr als 2 Wege, um bestimmte Aktionen und Aufgaben zu erledigen.Probieren wir doch bei dieser Gelegenheit gleich mal das Scherensymbol aus - es steht für "Clip teilen":

Ein Klick darauf und der blau markierte Clip im Szenenfenster wird an der Position der Zeitnadel geteilt. Ein 2. Clip mit demselben Namen erscheit dahinter:

Neugierig geworden klicken wir auf das Scherensymbol in der Titelleiste des Szenenfensters - es steht für "Intelligenter Zuschneidemodus", eine der zahlreichen Automatiken in Premiere Elements:

Der PC arbeitet, und - aha, ein kleiner Clip ist nun schraffiert dargestellt. Um dies zu sehen, haben wir wieder ins Schnittfenster umgeschaltet. Schraffierte Darstellung ist ein Hinweis auf schlechte Qualität - ich weiß, dieser Clip ist verwackelt. Zum Werkzeug "Intelligents Zuschneiden" mehr in Kapitel 10 zu den Automatiken.
Trotzdem mache ich die Aktion rückgängig, um später einen gewissen Effekt anzuwenden ..... Grundsätzlich bevorzuge ich die Schnittfenster-Darstellung, die ich intuitiver und präziser einschätze. Die Funktion "Clip teilen" zeigt das:

Die Titelfunktion folgt im nächsten Kapitel. Bleibt das Icon "Frame einfrieren" Hier können wir ein Standbild erzeugen, an der Position der Zeitnadel:

Das Standbild kann ins Projektverzeichnis gespeichert/ exportiert werden, oder gleich an der Position der Zeitnadel in gewünschter Länge eingefügt werden:

So generieren wir also ein Standbild/ Frame aus einem Clip. Oft benötigen wir aber eine Farbfläche als Zwischenbild oder Hintergrund. Dazu schalten wir zurück ins Medienfenster und klicken auf das Icon "Neues Objekt" oben links neben dem Mülltonnensymbol:

Ein Klick auf die Option "Farbfläche" und der Farbwähler erscheint:

Mit 2 Klicks wird die gewünschte Farbe bestimmt:

Hier ist es ein Grünton. Mit Klick auf OK wird ein neues Objekt im Medienfenster eingefügt und gleichzeitig im Schnittfenster an der Stelle der Zeitnadel:

Die voreingestellte Länge ist 6 Sek. und am oberen Rand der Zeitleiste ist nun eine rote Linie, da Farbfläche von Premiere generiert wurde. Ein Umbenennen auf "Grün" dient der besseren Übersicht:

Eine Farbfläche ist oft sinnvoll als Trenner zwischen verschiedenen Clipthemen, hier wird mit einer weichen Blende in die nächste Tiergruppe eingeblendet. Und natürlich ist so ein Hintergrund praktisch für Titel und Bild-in-Bild-Kompositionen:


6. Titel und erste Effekte

In den Titler (Titelerstellungsprogramm) gelangen wir wie bei der Farbfläche über das "Neues Objekt"-Icon und dann "Titel...", oder wenn das
"Bearbeiten"-Fenster geöffnet ist durch Klick auf das Icon "Standardtext hinzufügen" rechts unten im Monitorfenster: in Videospur 2 wird an der Position der Zeitnadel ein Clip "Titel" eingefügt (Standardlänge 6 Sekunden wie bei Standbildern), im Aufgabenfenster sehen wir eine Menge "Textoptionen" und im Monitorfenster ist jetzt die Zeile für die Texteingabe:

Am rechten oberen Rand des Monitorfensters sind die Werkzeuge für die Titelbearbeitung. Mit dem Auswahlwerkzeug (das 1. von oben) klicken wir in den Text und es erscheint ein interaktiver Rahmen mit Anfassern. Ziehen wir den Text doch gleich mal größer:

Wir aktivieren dann das "Textwerkzeug" (2. von oben) und betätigen die Rücktaste, um dann neuen Text einzugeben:

Ein Klick auf einen Textstil, und unser Titel schaut schon grafischer aus (am Anfang ist im Titler leider ein Weißton voreingestellt):

Mit einem Klick auf das Icon des Farbfüllwerkzeugs (die Palette) ändern wir die Farbeigenschaften nach Grün:

Mit dem Auswahlwerkzeug wird die endgültige Position des Titels im Video festgelegt. Im Titler wird immer als Hintergrundbild der Frame an der Stelle der Zeitnadel gezeigt. Der Titelclip wurde automatisch in die freie Videospur 2 gelegt. In der Miniatur ist bereits der grüne Titel vor einem schwarzen Hintergrund zu sehen.Dieser schwarze Anteil des Titels ist durchsichtig: die Nashörner in Spur 1 scheinen durch, der Titel in Grün ist deckend. Normalerweise überdeckt ein Video immer die darunterliegenden Spuren, ein Titel hat aber bereits durchsichtige Bereiche - einen sog. Alphakanal (dazu mehr im nächsten Kapitel).

Der Titler bietet viele Möglichkeiten zu Experimenten (eigentlich ist es fast ein Grafikprogramm). Wir probieren das "Rechteckwerkzeug" (3. von oben) aus und ziehen mit gehaltener linker Maustaste ein Rechteck auf:

Leider überdeckt es unseren Titel. Also ein Rechtsklick in das Rechteck um das Kontextmenü aufzurufen:

Und noch mal von vorn. Das Weiß soll halbtransparent werden:

Auch das geht über das Kontextmenü und die Option "Deckkraft":

Mit einem solchen halbtransparenten Hintergrund sind Titel oft besser lesbar.

Ein praktische Anwendung ist die sog. Bauchbinde, die gerne für Untertitel oder Kriechtitel genutzt wird. Ich habe das weiße Rechteck mit dem Auswahlwerkzeug zu einer hellbraunen Bauchbinde geändert, und lege nun einen "Kriechtitel" fest (das Icon rechts unten neben dem Monitorfenster):

Wir stellen unsere Kriechvariante ein, die Optionen sind selbsterklärend - Rolltitel geht genauso:

Zur Kontrolle der Kriechgeschwindigkeit muss der Titel immer abgespielt werden:

Ist das Kriechen zu schnell, muss der Titelclip verlängert werden. Am schnellsten mit der roten, eckigen Klammer (Adobe nennt dieses Werkzeug "Lückenbearbeitungscursor"):

"Ellipsenwerkzeug" und "Abgerundetes-Rechteck-Werkzeug" funktionieren ähnlich. Genauso simpel ist das "Linienwerkzeug". Die vielen weiteren Einstellmöglichkeiten sollten man schon mal ausprobieren. Es gibt nicht nur vorgefertigte Textstile sondern auch Textanimationen. Und noch komplexere Titelvorlagen - dazu mehr im nächsten Kapitel bzw. in Tutorial 2.

 

Premiere Elements Tutorial Teil 2                                       Teil 1 als pdf