Premiere Elements 10 - Tutorial Teil 2 (11/ 2011)

 

7. Mehrspurschnitt, Überblendungen per Deckkraft, weitere Effekte, Zeitlupe

Mit unserem ersten Titel haben wir bereits die 2. Videospur benutzt. Damit beginnt der Mehrspurschnitt. Eine klassische Schnittaufgabe ist es, in eine längere Szene mehrere kleine Clips einzufügen. Das geht am einfachsten, indem die Kurzclips auf Videpur 2 gelegt werden, um somit den langen Videoclip in Videospur 1 teilweise zu überdecken. Eine 16 Sekunden lange Naheinstellung eines Flamingo in Spur 1:

Aus dem 30 Sekunden langen Clip des Karpfens lege ich nun nur verschiedene kurze Clipanteile auf Spur 2, in denen der Karpfen sein Maul öffnet:

Der 5. Karpfenclip ist einfach der erste, den ich mit "Kopieren" (STRG-C) - "Einfügen" (STRG-V) kopiert habe (der kopierte Clip wird an die Position der Zeitnadel in dieselbe Videospur kopiert!), die Wiederholung des Clips fällt kaum auf:

Setzen wir dem Ganzen noch einen Titel drauf:  Durch Klick auf das Icon "Titel" im "Bearbeiten"-Fenster können wir komplexere Titel auswählen. Hier "Aquarium":

Der Aquarium-Titel wurde automatisch in Videospur 3 (die nächste freie Spur) gelegt. Auch hier gilt: was in der Miniatur Schwarz dargestellt ist, ist der Alphakanal und also durchsichtig:

Der vorgefertigte Titel besteht aus 2 Schriften, einer Grafik und einem Farbverlauf im unteren Teil des Titels. Und es stehen uns die bekannten Titelwerkzeuge und -optionen zu Verfügung:

Wir haben hier bereits 3 Spuren benutzt. Damit der Schnitt funktioniert, müsste natürlich der Aquariumstitel noch aufgeteilt und genau über die jeweiligen "fischmaul"-Clips plaziert werden. Mit den bis jetzt bekannten Schnittfunktionen dürfte dies kein Problem mehr sein.

Es sähe weitaus besser aus, würde so ein Titel oder Videoclip weich einblenden (wie bei den Überblendungen, die wir in Kapitel 5 ausprobiert haben), gerade wenn dann das darunterliegende Video langsam zu Vorschein kommt. Im Mehrspurschnitt geht das am einfachsten und sehr präzise über die Änderung der Deckkraft. Das ist die gelbe waagrechte Linie in der Clipdarstellung. Ziehen wir sie mit gehaltener linker Maustaste runter, wird das Video bzw. der Titel mehr oder weniger transparent. Um diese Änderung genauer zu variieren, benutzen wir die "Keyframesteuerung" im Kopf der Videospur:

Die Änderung bezieht sich auf den Titel in Videospur 2. Der Titel ist markiert, die Zeitnadel befindet sich innerhalb des Titels. Jetzt können wir ein Keyframe durch Klick auf das Rautensymbol hinzufügen:

Es erscheint eine kleine Raute auf der gelben Deckkraftlinie an der Position der Zeitnadel. Wir schieben die Zeitnadel etwas nach links und wiederholen den Vorgang. Jetzt können wir mit gehaltener linker Maustaste den 2. Keyframe (die 2. Raute ganz links) nach unten ziehen, die Deckkraft an dieser Stelle auf "0 = transparent" setzen.

Noch die Keyframes etwas verschieben und anpassen (Wichtig: am Clipbeginn muss die Deckkraft wirklich "0" sein!). Dann noch 2 Keyframes gesetzt,
um das Ende des Titels langsam auszublenden:

So nach und nach probieren wir alle Icons im "Bearbeiten"-Fenster aus: was verbirgt sich unter "Clip Arts"?

Aus der Vielzahl von Grafiken (und es sind Grafiken mit Alphakanal!) habe ich eine der Sprechblasen angeklickt und in der Videospur 3 plaziert. Wie beim "Aquarium" (der Text-Vorgabe unter "Titel") können wir alle Grafik- und Texteigenschaften über das Kontextmenü ändern:

Da wären Transparenz (Deckkraft), Text und Position:

Wobei der Rahmen mit den Anfassern auch zum Verkleinern benutzt werden kann:

Das soll es aber vorerst mit der Titelbearbeitung gewesen sein. Tatsächlich haben wir hier nichts anderes als eine Grafik mit Alphakanal. Das sind meist TIFF-Dateien, PNG- und auch GIF-Dateien bzw. GIF-Animationen. So werden einfache Senderlogos kreiert.

Es passiert nichts anderes als das Mischen von Videos, Grafiken, Texten, Animationen. Dazu und um effizient zu arbeiten (Deckkraft!), brauchen wir den Mehrspurschnitt. Im Prinzip kann ein Videofilm nur mit einer Videospur erstellt werden. Auf viele verblüffende Videoeffekte muss dann aber verzichtet werden, wie z. B. der folgende:

Wir haben einen kurzen Clip eines Papageis in die Videospur 2 gelegt. Der relativ gleichförmige helle Hintergrund soll nun transparent werden, um den Clip aus Videospur 1 zu zeigen. Dafür gibt es die sog. Keying-Effekte wie den "Chroma-Key:

Wir wählen im "Bearbeiten"-Fenster die Effekte aus und ziehen den Chroma-Key auf den Papagei-Clip in Videospur 2:

Leider haben viele Effekte in Elements eine automatische Voreinstellung. Diese hier schaut nicht gut aus: der Himmel ist zwar weg, die Nashorne sind zu sehen, aber die Papageien sind ziemlich "ausgefressen". Wir öffnen durch Klick auf "Effekte bearbeiten" die Effekteinstellungen. Mit Klick auf die Pipette kann ich die gewünschte Farbe im Clip wählen, die durchsichtig werden soll:

Um es kurz zu machen, ich wurde mit dem Luminance-Key erfolgreicher. Probieren ist bei Keyeffekten oft angesagt, außer die Rohaufnahmen wurden bereits geplant vor einem blauen oder grünen Hintergrund (Bluescreen/ Greenscreen) aufgenommen.

Es gibt Effekte, die so einfach wie hilfreich sind. Unsere Papageien schauen leider in die falsche Richtung. Für die Logik meines Videos wäre es besser, sie schauen nach links. Ziehen wir den Effekt "Horizontal spiegeln" auf den Clip - mehr brauchts nicht:

Auch ist die Aufnahme etwas gegenlichtig. Abhilfe hier: der Effekt "Schatten/ Glanzlicht", der bereits in der automatischen Voreinstellung gut funktioniert. Vorteil des Filters ist, dass Schatten und Lichter unverändert bleiben, die gegenlichtigen Mitteltöne aber heller werden. Könnte er stärker sein, wird er einfach ein 2. Mal auf den Clip gezogen. Man spart sich so das "Herumschrauben" an den vielen Einstellungen:

Das war also ein typischer Korrektureffekt für eine fehlerhafte Aufnahme. Der bekannteste Fehler sind die verwackelten Videos. Dafür gibt es den Effekt "Stabilisierung":

Die automatische Voreinstellung ist gar nicht so schlecht. Der verwackelte Clip schaut tatsächlich ruhiger aus. Im Medienfenster kann übrigens bereits eine Analyse des Clips gestartet werden - Smart Fix, eine von vielen Automatiken in Premiere Elements. Der Clip wird hier automatisch auf Fehler untersucht wie Unschärfe, Verwacklung oder ähnliche Fehler.

Es ist Einstellungssache, ob man die automatischen Hilfen des Programms bereitwillig annnimmt. In der Praxis wird man in jedem Fall in den Effekteinstellungen "Feintuning" betreiben. Aber so eine Automatik spart richtig Zeit ....

Wir werden versuchen den kurzen stabilisierten Clipteil etwas zu verlängern. Eine gute Gelegenheit die "Zeitlupe" kennen zu lernen. Einfachste Lösung ist dabei die Aktivierung des Zeitverlängerungs-Werkzeugs oben im Schnittfenster. Die rote eckige Klammer ändert ihr Aussehen und wir können wie gewohnt den Clip verlängern, aber nicht durch Zufügen der originalen Bilder, sondern durch eine "Zeitlupe". Die Verlangsamung wird angezeigt: hier hat der Clip nur noch 78,49% der Originalgeschwindigkeit:

Präziser lässt sich die Clipgeschwindigkeit wieder mal mit dem Kontextmenü ändern:

Das Einstellfenster ist selbsterklärend. Hier kann auch ein "Zeitraffer" eingestellt werden: Geschwindigkeit über 100&! Und die Option "Tonhöhe beibehalten" verhindert Mickymausstimmen und ähnlich störende Toneffekte:

Der Clip mit dem Leguan wurde sehr lang und damit noch etwas ruhiger:

Schauen wir uns mal das gesamte Fenster von Premiere Elements an. Mittlerweile ist alles gut gefüllt, 3 Spuren im Schnittfenster - und einige rote Linien unterhalb der Arbeitsbereichsleiste:

Die roten Linien verweisen auf Teile im Film, die berechnet werden müssen, um sie in bester Qualität sehen zu können. Das gilt für alle Effektänderungen am Originalmaterial. Der Berechnungsvorgang heisst "Rendern":

Ein Fenster mit Fortschrittsbalken zeigt den Verlauf:

Nach Beendigung des Renderns sind überall schöne grüne Linien und normalerweise wird jetzt der berechnete Film automatisch abgespielt:

 

8. Weitere Korrekturfilter und die Effektsteuerung mit Keyframes, Spurmasken (?)

Schon wieder Effekte und Filter! Bei dieser Fülle an Möglichkeiten ist es entscheidend, die wichtigen Methoden zur Bildkorrektur zu kennen (viele Effekte sind nur Spielerei). Ein häufiger Fehler bei Videoaufnahmen ist z. B. die gekippte Horizontale - senkrechte Linien wie eine Hauswand sind nicht senkrecht, wie im folgenden Beispiel:

Dieser Clip ist im Schnittfenster und markiert. Im Aufgabenfenster auf "Bearbeiten", dann auf "Effekte" und ein Klick auf "Effekte bearbeiten" öffnet die Effekteinstellungen. Immer sind hier die sog. "Fixierten Effekte" enthalten wie "Bewegung", "Deckkraft", "Lautstärke". Die Deckkraft verstellen wir komfortabel im Schnittfenster. Die umfangreichen Bewegungsoptionen klappen wir durch Klick auf das kleine weisse Dreieck links oben auf:

Für unser Problem muss gedreht werden. Der Zahlenwert für die Drehung wird mit gehaltener Maustaste (am Cursor ist die Hand mit Doppelpfeil) geändert. Im Vorschaumonitor sehen wir sofort die Korrektur:

Die schwarzen Ränder bekommen wir weg, indem wir das Bild vergrößern mit dem Schieberegler unter "Skalieren":

Durch die Vergrößerung der Bildpixel ist eine leichte Unschärfe entstanden. Also ziehen wir den Effekt "Scharfzeichnen" auf unseren Clip und erhöhen mit dem Schieberegler leicht die Schärfe:

Dieselbe Prozedur haben wir mit einem 2. Clip gemacht:

Um die Aufschärfung zu kontrollieren, taugt der Vorschaumonitor wenig. Wir müssen die tatsächlichen Pixel sehen! Dazu rechte Maustaste in den Vorschaumonitor und im Kontextmenü die Option "Zoom" wählen und auf "100%" stellen:

Zuviel Schärfe schaut auch wieder nicht gut aus. Über den Schalter (Augesymbol) "Effekt aktivieren/ deaktivieren" können wir jetzt die Vorher-/ Nachheransicht einstellen:

Die fixierten Effekte sind eine wichtige Ausgangsbasis für Korrekturen wie für Bild-in-Bild-Kompositionen: Hier kann die Größe, die Position und mehr verändert werden. Im Effekteteil "Transformieren" gibt es weitere Möglichkeiten. Die "Stabilisierung" wird immer wieder mal zum Einsatz kommen müssen! Die Farbkorrektur wird später in diesem Kapitels beschrieben.

Vorher soll aber die sog. Keyframesteuerung gezeigt werden. Mittels festgelegter "Schlüsselbilder" innerhalb eines mit einem Effekt belegten Clips kann der Effekt geändert werden. Eine knifflige Angelegenheit, aber mittlerweile in fast alle Schnittprogrammen integriert.

Dazu verwenden wir eine Animation aus den ClipArts und ziehen sie ins Schnittfenster (3 mal, denn eine Animation kann nicht verlängert werden,
höchstens verlangsamt). Im Prinzip ist das hier keine Spielerei, sondern entspricht den Senderlogos, die bei professionelleren Produktionen benutzt werden:

Das "AngryFace" wird in die Bildmitte plaziert. Es ist eine animierte Grafik mit Alphakanal:

Dazu klicken wir im Fenster "Effekteinstellungen" auf den Button "Keyframes anzeigen" ganz rechts oben:

Rechts von den Effektoptionen hat sich ein weiteres Fenster geöffnet mit einer Zeitnadel, die exakt die Zeitnadel im Schnittfenster abbildet:

Ein Klick auf den winzigen Button mit der Stoppuhr "Animation aktivieren/ deaktivieren" - vorher wurde die Zeitnadel auf das 1. Bild des Clips gesetzt:

Wie bei der Keyframesetzung im Schnittfenster für die gelbe Deckkraftlinie sind jetzt für jede Bewegungsoption die rautenförmigen Keyframesymbole an der Position der Zeitnadel gesetzt worden, aber nur hier im Fenster für die Keyframeeinstellungen (nicht im Clip im Schnittfenster). Klickt man einen Keyframe mit der rechten Maustaste an, kann dieser über das Kontextmenü wieder gelöscht werden:

Wir benötigen nur die Optionen "Position" und "Skalieren". Um einen weiteren Keyframe zu setzen, ziehen wir die Zeitnadel ziemlich nach rechts und klicken auf "Keyframe hinzufügen:

Für Skalieren wird am letzten Bild des Clips ein weiterer Keyframe gesetzt. Und hier gibt es die entscheidende Aktion: der Schieberegler für die Größe (Skalieren) wird auf Null gesetzt. AngryFace ist an dieser Stelle verschwunden. Vom vorherigen Keyframe aus wurde es immer kleiner:

Wir können weitere Keyframes setzen und wir können Keyframes verschieben. Und wir können exakt von Keyframe zu Keyframe springen:

Größenänderungen können jederzeit vorgenommen werden. Mit der Zeitnadel rangieren wir zur Kontrolle:

Dasselbe Vorgehen bei einer Positionsänderung. Die geht leichter, wenn man doppelt in die Grafik im Vorschaumonitor klickt. Der bekannte Rahmen mit Anfassern (von der Titelerstellung) ist jetzt da, und Angryface kann leichter verkleinert und verschoben werden. Der Bewegungsweg zur nächsten Keyframeposition wird gestrichelt angezeigt:

Etwas kniffliger ist es, wenn AngryFace auch noch rotieren soll. Hier muss der Zahlenwert (hier 1x Gradanzeige auf - oder + eine Zahl ca. um die 5) verstellt werden, und zwar auf 2 verschiedene Werte für die mindestens 2 Keyframes. Hier heisst es auszuprobieren:

Wird der Effekt bei Titeln angewandt, so erhalten wir die hereinwirbelnden Titelanimationen. Die können natürlich leichter durch die Animationsvorgaben in den Titeleigenschaften erzeugt werden. Doch dazu mehr im Kapitel über die Automatikfunktionen von Premiere Elements.

Eine Variante für eine Zoomausblende kann übrigens mit 2 Keyframes und der maximalen Skalierung errreicht werden. Hier das Endbild:

Und hier in einer frühen Vergrößerungsphase:

Klicken wir einen Keyframe mit der rechten Maustaste an, erhalten wir die üblichen Möglichkeiten wie "Ausschneiden" im Kontextmenü. Das Häkchen vor "Linear" zeigt an, dass z. B. die Bewegung zwischen 2 Keyframes gleichförmig verläuft. "Langsam ausschwenken" läßt diese natürlicher erscheinen. Noch interessanter ist ein Klick auf "Bezier":

Die Form des Keyframes verändert sich. Zu tun gibt es aber nur etwas im Schnittfenster, wo wir die Videospuranzeige größer ziehen. Denn die Keyframes können nur hier bearbeitet werden. Mit gedrückter STRG-Taste können wir sog. Bezier-Anfasser aus den Keyframes auf der gelben Linie ziehen:

Die Interpolation (Änderung) zwischen den Keyframes kann hier exakt und natürlich wirkend eingestellt werden:

Wir sind hier an der Grenze dessen, was ein günstiges Schnittprogramm leisten kann. Die Pro-Version und vor allem After Effects sind dafür weitaus besser ausgestattet, die Bedienung dort ist klar und logisch. In Elements wirkt das wie bemüht hinzugestückelt. Der normale User wird auf das zuletzt beschriebene Gefrickel gerne verzichten. Trotzdem wollte ich die Vorgänge beschreiben (in den Büchern steht da garantiert nix drüber).

Eine weitere professionelle Effektvariante ist die sog. "Spurmaske". Sie wird z. B. benutzt für die Anonymisierung von Gesichtern oder z. B. Autokennzeichen. Es gibt eine Menge weitere Anwendungszwecke, auch schöne grafische Effekte wie bewegte Videos in Großbuchstaben etc. lassen sich so erzeugen. Die Fähigkeiten von Premiere Elements beschränken sich auf das wesentliche, und ich verweise an dieser Stelle an meine Premiere Pro-Tutorials zur Spurmaske und zur Keyframeanimation.

Ich möchte lieber noch einige Korrekturfilter vorstellen, die Farbstiche in Videos aufgrund von falschem Weißabgleich beseitigen können (der Effekt "Schatten/ Glanzlicht" zur Behebung von Gegenlichtaufnahmen wurde bereits gezeigt).
Dazu lade ich einen neuen Clip ins Projektfenster, der im DV-Format (720 x 576 pxl) ist. Hierzu lege ich mir einen neuen Ordner mit Namen "zoodvs" an:

Der neue Ordner wird angeklickt/ geöffnet (ist natürlich leer) und die Datei "löwen.avi" wird importiert.

Ein Rechtsklick und über "Eigenschaften" sehen wir wie wenig Pixel der Clip im Vergleich zu unserem Projekt (AVCHD 1920 x 1080pxl) hat:

Wir haben uns aus dem 51 Sek. langen Clip ca 7 Sek. getrimmt und ins Schnittfenster eingefügt. Der Clip hat einen starken Gelborange-Farbstich (tiefstehende Abendsonne).
Außerdem fällt auf, dass Premiere Elements die Größe des Clips an unsere Projekteinstellungen anpasst: im Vorschaumonitor werden so aus 576 pxl Höhe 1080 pxl. Bei der Breite bleiben schwarze Rände, weil der Clip mit 4 : 3-Seitenverhältnis gefilmt ist. Skalieren geht zu Lasten der Qualität, da die tatsächlich vorhandenen Pixel nur vergrößert werden.
Also Vorsicht: Premiere Elements trickst hier - die Lösung des Problems wird in Kapitel 12 Tricks und Tipps beschrieben. Wichtig!!

Wir werden einige Automatikeffekte ausprobieren, gleich die ersten im Effekte-Fenster:

Keiner taugt für unser Beispiel so richtig (muss nicht immer so sein), also probiere ich den Effekt "Dreiwegefarbkorrektur" aus und öffne gleich mal die umfangreichen Effekteinstellungen:

Hier können getrennt Lichter (Weiß), Mitteltöne (Grau) und Schatten (Schwarz) korrigiert werden. Dies geschieht intuitiv mit der "Pipette". Ein Klick auf das Pipettesymbol und sie hängt am Mauszeiger. Habe ich die Pipette für Weiß ausgewählt, klicke ich im Video auf eine Stelle, die normalerweise Weiß sein sollte (das kleine Farbfeld zeigt diese verfälschte Farbe auch gleich an) - ich nehme also einen nachträglichen Weißabgleich vor. Oft reicht das schon völlig. Im Farbkreis kann ebenso sehr feinfühlig nachjustiert werden:

Wir prüfen mit der Vorher-/ Nachheransicht: der Felsen ist jetzt wieder grau und das Fell des Löwen natürlich.
Die Dreiwege-Farbkorrektur ist übrigens das Mittel für alle hochwertigen Einfärbungen bis hin zu knalligen Farbeffekten. Die Einstellungen schauen erst mal unübersichtlich aus, aber - es wird erklärt was passiert mit all den Reglern.

Vorläufiges Fazit: Schnell wird sichtbar, wiewiel Möglichkeiten das Programm bietet. Die Effektfülle wie der Überblendungs-Overkill sind erdrückend. In der Praxis wird man das alles so nach und nach ausprobieren. Der Videofilmer braucht in der Regel eine eigene Titelkomposition und Kenntnisse über das Arrangieren von Video, Bild und Grafiken für Dokumentationen und darum geht es z. B. auch bei Reisevideos. Die Hauptarbeit liegt beim Schnitt
und - sehr wichtig - bei der Tonbearbeitung. Die Vertonung wird leider gerne unterschätzt - der letzte Sommerhit drauf und passt schon als Musikuntermalung: keine gute Idee. Infos zum Ton in Teil 3 dieses Tutorials.

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